Elektroautos helfen beim Stromsparen – mit dem V2G


Bild: johncarlosbaez.wordpress.com

Tesla hat den Markt für Elektroautos belebt. Die Frage ist: Sind die zentralen Stromnetze der Großstädte auf potentielle Stromversorgungsengpässe durch eine zunehmende Anzahl von E-Autos vorbereitet. Eine Antwort ist: Ja, dank der E-Autos selbst.


Das Vehicle-to-Grid (V2G) (Fahrzeug ans Netz) macht es möglich, dass Elektroautos in Zukunft selbst zum Stromspeicher werden, denn dank der Technologien des „Smart-Grid“ kann Strom in zwei Richtungen fließen. Elektrizität fließt nicht nur in die Geräte, sondern auch wieder rückwärts aus ihnen heraus – direkt ins Netz.

Durch die V2G -Technologie operieren Elektroautos als Stromempfänger und Stromspeicher und gestalten so die Zukunft von Mikro-Stromnetzen mit. Anders gewendet – sie leisten einen Beitrag dazu, Micro-Grids und erneuerbare Energiequellen auszubauen und Stromkosten zu senken.

Rollout, Mikro-Grids und E-Cars als Batterien

Micro-Grids bestimmen die Energiezukunft, denn dezentralisierte Energiesystemen – wie Photovoltaik-Anlagen oder Windräder – machen es seit Beginn dieses Jahrhunderts möglich, dass sich die Stromproduktion und die Stromspeicherung weitaus besser an die Bedürfnislage der Stromkonsumenten anpassen.

Doch das ist nicht genug, denn die Ansprüche an die Ressourcen-Effizient steigen weltweit. Neue Verfahren sind notwendig, mit denen kontrolliert werden kann, wie viel Strom an welcher Stelle wirklich benötigt wird. Der 2016 von der Bundesregierung beschlossene
Smart-Meter-Rollout 2017 will diese Bedürfnisse ernst nehmen, Verbrauchern mehr Kontrolle über ihren Verbrauch geben.

Elektrische Geräte werden im Haushalt über Smartmeter immer mehr Informationen über das Verbrauchsverhalten an den Verbraucher und an den Stromlieferanten weitergeben. Sie werden zu intelligenten Bestandteilen von Micro-Grids. Was elektrische Geräte jedoch Im Gegensatz zu E-Autos noch nicht können ist: Speichern von Energie.

Tesla und andere Hersteller entwickeln bereits Batterien, durch die Autos bereits an die 600 Kilometer mit einer Stromladung zurücklegen können. Der südkoreanische Hersteller Samsung will bereits in vier Jahren einen Akku auf den Markt bringen, der in 20 Minuten zu 80 Prozent geladen werden kann.

Gerade die Superleistungsbatterien der E-Autos können in Kombination mit Smart-Grids dabei helfen, dass Energie im allgemeinen effektiver und rationaler verbraucht, Spitzenlast-Zeiten präziser reduziert und Energie effizienter produziert werden kann.

Denn dank des V2G können Elektroautos können nicht nur kommunizieren, wie viel Energie sie verbrauchen, sie sollen auch gespeicherte Energie an das Haus abgeben können. Das Elektroauto wird damit ein aktiver Bestandteil eines dezentralen Stromnetzes und kann der Stadt dabei helfen, Strom zu sparen.

In einigen europäischen Ländern gibt es derzeit Forschungsprojekte an Universitäten, die sich mit dem Energiepotenzial des Elektroautos für das Stromnetz befassen.

Projekt: Elektroautos und die intelligente Gebäudetechnik

Das Projekt EFES untersucht wie das Elektroauto bei der Reduzierung des Stromverbrauchs in Gebäuden helfen kann. Die Zukunft gehört den V2G-Ladestationen, die sich zwischen Gebäude und dem Elektroauto befinden. Das Auto wird aufgeladen und gibt in Engpasszeiten Strom über die Ladestation an das Haus ab. Ein V2G-Gateway kümmert sich um die Kommunikation zwischen einem virtuellen Kraftwerk – einer Bündelung verschiedener dezentraler Stromerzeugungseinheiten – dem Auto und dem Gebäude.

Städte: schlecht gerüstet für E-Autos

Ein anderes Projekt ist Smart Mobile Energy (SME), das die Städte Birmingham, Berlin und Valencia auf ihre E-Car-Reife hin getestet hat. Ein erschreckendes Ergebnis: das Berliner Stromnetz ist nicht gut gerüstet. Einerseits können nur wenige Elektroautos zur selben Zeit aufgeladen werden, anderseits ist es stromtechnisch und auch verwaltungstechnisch äußerst schwer, mehr Energie vom Berliner Stromnetz zu erhalten.

Hier könnten laut Projektbericht Smartmeter einen Beitrag dazu leisten, dass die Kommunikation zwischen dem Stromnetz einer Stadt, den G2V-Stationen und den E-Cars besser funktioniert.

Die Entwicklung der politischen Intelligenz wird zeigen, wann Städte letztlich darauf vorbereitet sein werden, elektrische Autos als mobile und intelligente Energiespeicher, Energietransporteure und Energielieferanten nutzen zu können.

Quelle / Autor: Marc Hauschild – m.hauschild@accuracast.com

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